Dienstag, 6. April 2010

Die Wartgesberg Vulkangruppe

Vor 20.000-30.000 Jahren etwa kam es im südosten des Westeifeler Vulkanfeldes, bei Gillenfeld zu der bislang heftigsten mafischen Eruption.
Es öffnete sich eine ca. 1 km lange, nordwest-südost gerichtete Spalte welche heftige Lavafontänen förderte. Auf der Spalte entstanden mehrere hohe Schlackenkegel, die zu dem einstmals 120m hohen Wartgesberg zusammenwuchsen.(Große Bomben und rot oxidierte Schweißschlacken)
Diese Eruption stellt eine Besonderheit im Vulkanfeld der Westeifel dar, denn mit der Wartgesberg Eruption trat in der Westeifel ein ganz neuer Magmentyp auf, ein Basanit, welcher sich in großen Lavaströmen 2 km nach Norden und sogar 7 km nach Süden ausdehnt.
Jegliche ältere, Eruptionen von foiditischen Magma erreichen weit nicht diese großen Volumina, welche der Wartgesberg eruptierte.
Ca. 3 Monate sollen die Eruptionen angehalten haben, dann endete die Eruption des Wartgesberg in einer Maarexplosion, welche das Sprinker Maar am südöstlichen Ende der Spalte entstehen lies.
(Steinbruch Wartgesberg, der Kegel ist fast vollständig abgetragen)
Umfangreicher Schlackenabbau haben den Wartgesberg bis heute größtenteils abgetragen, erkennbar ist aber immernoch ein halbkreisförmiger Kraterwall an der Westseite des ehemaligen Berges, welcher wohl die beiden Lavaströme gefördert hat. Noch heute sägt sich der Bachlauf der Alf durch diesen Lavastrom, das er das bis heute nicht geschafft hat spricht für das junge alter des Stroms.

Kommentare:

Eltor13 hat gesagt…

Ich hatte ja schon immer eine latente Faszination zu den verschiedenen Erscheinungsformen des Vulkanismus. Diese Faszination wurde durch die aktuellen Ereignisse in Island wieder freigelegt. Das kann man z.B. im wetterzentrale.de Forum feststellen, denn dort poste ich ohne die 13.

Google her und ich stolper weiter hinten eben über diesen Blog. Diesen Vulkanismusblog finde ich absolut genial! Nicht abgehoben sondern verständlich, aber dieses nicht auf Bl..dzeitungsniveau oder schlimmer, falls das überhaupt geht...

In Kerneuropa bin ich ein bischen herumgekommen, u.a. war ich 4 Jahre in Prag. Die Vulkankegel auf dem Weg nach Prag (google Teplice Vulkane, dann den Wiki Eintrag) sind SEHR beindruckend, erheblich beeindruckender als das, was hier in D von der Erosion übrigelassen wurde. Den Odenwald kenne ich, Otzberg und Katzenbuckel sind mir ein Begriff.

Ich bin über meine website mildtor.de erreichbar, mail über den hiesigen Usernamen ohne die 13.

Weiter so, ich mach's auch und komme lesend bald zum Jahr 2008.


PS. ich hab mich extra bei google angemeldet, damit ich hier schreiben kann....

MWF hat gesagt…

Danke für das positive Feedback!
Soviel ich weiß handelt es sich bei den tschechischen Vulkanen ebenfalls um sehr tief erodierte tertiäre Vulkane. Einzig der Komorni hurka und Zelezna hurka, zwei kleine quartäre Schlackenkegel, sind noch in ihrer Originalform erhalten.
Wenn du zum Inhalt des Blogs Fragen hast, stell sie mir ruhig.

Grüße,
Michael